
Oberbrombach
Verbandsgemeinde Birkenfeld, Landkreis Birkenfeld
ca. 500 Einwohner, 656 ha, davon 328 ha Wald, PLZ 55767
Gastgeber in Oberbrombach
Oberbrombach liegt westlich von Idar-Oberstein in einer Höhe von 478 m über NN.
Der Ort wurde erstmals im Jahre 1324
urkundlich erwähnt. Die damalige Bevölkerung bestand aus zehn oder zwölf Familien.
Es ist anzunehmen, dass der Ort schon lange davor als dauerhafter
Siedlungsplatz bestanden hat. In der betreffenden Urkunde wurden 12
Männer namentlich benannt, die sich gegenüber der Gräfin Loretta von Sponheim
zur Verhinderung der Landflucht verbürgen mussten. Oberbrombach war
danach zu jener Zeit ein für die damaligen Verhältnisse bedeutender
Ort. Die Siedlung war ehemals durch ihre Lage im Schnittpunkt uralter
Verkehrslinien sehr begünstigt. Hier kreuzten sich die Straße von Metz
über Birkenfeld nach Oberstein, und von der Pferdshöhe durch den Ort
führend die Wegverbindung von der Mosel über Allenbach zur Frauenburg,
die weiter zum Glan führte.
Gut hundert Jahre nach der erstmaligen urkundlichen Erwähnung war
der Ort menschenleer. Wahrscheinlich waren die Bewohner der in der
zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts grassierenden Pest zum Opfer
gefallen. Im sponheimischen Gültbuch von 1438 wurde vermerkt, dass 10
erbliche Bauernstellen vorhanden seien, aber niemand mehr dort wohne.
1465 waren wieder 4 Gehöfte bewohnt, im Jahre 1563 zählte man 12 und
1607 sogar 27 Familien. Im 30-jährigen Krieg
war Oberbrombach, wie auch die übrigen Ortschaften der Umgebung, hart
betroffen. Nach dem Ende des Krieges zählte der Ort noch 7 Familien.
Nur sehr langsam erholte sich die Bevölkerung während der folgenden
Jahrzehnte. Erst 1723 zählte man wieder 17 Bauerngehöfte mit 81
Einwohnern im Ort.
1777 zählte man 34 Familien und 160 Einwohner. Die zur Verfügung
stehende landwirtschaftliche Fläche wurde zur Ernährung der Bevölkerung
knapp. Mehrfach mussten die Gemeindeoberen die Hilfe des Amtes in
Birkenfeld in Anspruch nehmen, um die angestammten Gemarkungs- und
Wiederrechtsgrenzen gegen die Viehherden der Gemeinde Rötsweiler und
der Pächter des herrschaftlichen Winnenberger Hofes zu verteidigen. Um
1780 kamen die ersten gemeindlichen Landverteilungen in Gang, d. h.
gemeindeeigenes Land wurde in privates Eigentum verteilt, um die
landwirtschaftliche Produktion zu steigern.
Von 1830 bis 1890 sind 91 Personen aus dem Ort ausgewandert. Die
meisten aus reiner Not, um vorwiegend in Nord- und Südamerika eine
bessere wirtschaftliche Basis zu suchen. Um die Mitte des 19.
Jahrhunderts hat das Achatschleifergewerbe in der Gemeinde Fuß gefasst.
Wer nicht genügend landwirtschaftlichen Grundbesitz hatte, um seine
Familie zu ernähren, musste sich nach einem zusätzlichen Erwerb
umsehen. Sie gingen vorwiegend in die Wasserschleifen am Schwollbach,
einige auch in die Schleifen an der Nahe. Die einzige auf der
Oberbrombacher Gemarkung um 1850 gebaute Wasserschleife an der Nahe
wurde beim Bau der Rhein-Nahebahn schon 1856 wieder abgerissen.
Eine große Erleichterung für die landwirtschaftliche Bevölkerung im
Ort war die Anschaffung einer gemeinschaftlichen dampfangetriebenen
Dreschmaschine. Im Jahr 1884 wurde von den ortsansässigen Bauern eine »Dampf-Dresch-Actiengesellschaft«
gegründet. In den folgenden Jahren war die Oberbrombacher
Dreschmaschine auch in vielen Orten der Umgebung im Stundenlohn im
Einsatz. Im Gegensatz zur allgemeinen Armut des größten Teils der Bevölkerung
im Ort stand in der zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts der Reichtum der
Gemeinde. Keine Gemeinde weit und breit verfügte über soviel
Geldvermögen wie Oberbrombach. Über Jahrzehnte ließen die Schöffen und
Gemeindevertretungen uralte Waldbestände, vorwiegend Eichen und
Kiefern, in regelrechtem Raubbau einschlagen, um mit dem Erlös die
Gemeindekasse zu füllen. Auch die Lohverkäufe brachten bis 1890 gute
Gewinne. Die Gemeindevertretungen jener Zeit betatigten sich wie
Bankiers. Die Erträge wurden im großen Stil als verzinsliche Darlehen
an Kreditnehmer der weiteren Umgebung ausgeliehen und teilweise auch in
festverzinsliche Obligationen angelegt. 1825 stellte die Gemeinde
erstmals ein Hirtenhaus als »Schullocal« zur Verfügung.
1842
wurde das erste neue Schulhaus erbaut. 1887 hat die Gemeinde einen
Friedhof errichtet. In den folgenden Jahren wurde mehrfach über eine
zentrale Wasserversorgung diskutiert. Der Bau der Wasserleitung, die
aus zwei Quellen in mehr als 6 km Entfernung oberhalb von Leisel
gespeist wurde, kam aber erst 1908 zur Vollendung. Gleichzeitig wurde
ein neues Schulhaus geplant, das 1911 fertiggestellt wurde.
Im Jahr 1912 wurde die Gemeinde an das elektrische Stromnetz
angeschlossen. Im gleichen Jahr erhielt auch die Dreschmaschine einen
elektrischen Antrieb. Nun gab es auch für die vielen Schleifer im Ort
eine große Erleichterung. Anstatt täglich den weiten Weg in die
Wasserschleifen anzutreten, wurden an den Häusern im Ort Schleifräume
angebaut, wo die Schleifsteine elektrisch angetrieben wurden. Zu Beginn
des Ersten Weltkrieges
zeichnete die Gemeinde aus ihrem großen Geldvermögen beträchtliche
Kriegsanleihen. Die gemeindliche Glocke wurde zu Kriegszwecken
eingeschmolzen. Nach Kriegsende war aller Reichtum der Gemeinde dahin.
Nach 1920 wurde Oberbrombach selbst Kreditnehmer.
Kurz nach dem Ersten Weltkrieg kamen die ersten Edelsteinschleifer
im Ort auf. Ab dem Ende der zwanziger Jahre nahmen die Diamantschleifer
rasch an Bedeutung zu. Zwischen den beiden Weltkriegen waren mehr als
die Hälfte aller ortsansässigen Familien Schleiferbauern. Nach dem
dominierenden Gewerbe der Schleifereien waren die übrigen Handwerker im
Ort zahlenmäßig unbedeutend. Nach dem Zweiten Weltkrieg
hat sich ein schneller wirtschaftlicher Wandel im Ort vollzogen. Die
Landwirtschaft hat schnell an Bedeutung verloren. Die Schleifereien
erlebten vorübergehend eine wirtschaftliche Blüte, die dann aber auch
schon in den sechziger Jahren wieder vorüber war. Nachdem der Schulbetrieb endgültig in die Mittelpunktschule nach
Niederbrombach verlagert wurde, hat die Gemeinde 1981 die beiden
Schulsäle zu einem Gemeinschaftshaus umgebaut. In den 1990er Jahren
wurde das Abwasserkanalsystem erneuert und die Dorfstraßen mit Pflaster
bzw Asphalt bedeckt.
Oberbrombach im Internet
Touristinformation des Birkenfelder Landes
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Tel.: 06782-9834570
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