
| Streifzüge im ›Musikantenland‹ |
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Text von Uwe Anhäuser, Hunsrück und Naheland, DuMont-Kunst-Reiseführer, 1987 Die Region bei Baumholder und Kusel, Teilgebiete der sogenannten ›Sickinger Höhe‹ nördlich von Kaiserslautern sowie die Gegend zwischen Glan-Oberlauf und Lautertal bis hinüber zur Alsenz werden landläufig noch immer mit dem einigermaßen ungenauen Begrif ›das Westrich‹ (Westreich) bezeichnet. Dieser Name findet sich erstmals in einer Urkunde des Jahres 1295 erwähnt und bezieht sich seither auf einen Raum, der mal zur nördlichen Pfalz und mal infolge seiner geologischen Grundzüge eher zum Saar- Nahe- Bergland gerechnet wird. Jedenfalls ist es ein Landstrich, der auf sehr vielfältige Weise mit der geschichtlichen Vergangenheit der Nahe und des Hunsrücks verknüpft ist (z.B. Grafschaft Veldenz, Franz von Sickingen) und deshalb auch hier zu wesentlichen Teilen berücksichtigt werden soll. Ursprünglich (im 6. Jh.) hieß das gesamte Waldgebirge von der Burgundischen Pforte bis zur Moselmündung ›Vosegus‹ bzw. ›Silva Vosegus‹. Diese historische Bezeichnung blieb bekanntlich an den Vogesen haften, während andererseits aber in Lothringen und im Elsaß noch bis zur jüngsten Zeit die Einwohner der Pfalz als ›Hunsrücker‹ benannt wurden. Und so klingt es zwar kurios, ist aber in Anbetracht solcher Umstände doch kaum verwunderlich, wenn ein Vogesenpaß bei Thann im Oberelsaß noch heute der ›Col du Hundsrueck‹ heißt. Damit ist's jedoch der Unklarheiten oder Verwirrungen noch immer nicht genug: Nachdem das westliche Randgebirge der Oberrheinischen Tiefebene also Vogesen und die sich diesem nördlichen anschließenden Forstgebiete Wasigen oder Wasgau (Wasgenwald) geheißen wurden, kam allmählich für die noch weiter westwärts reichenden Gebirgsausläufer und Ebenen die Kennzeichnung ›Westrich‹ auf, womit zugleich der seinerseits wenig präzise Begriff ›Königsland‹ Verbindung fand. Letztere rührt vermutlich daher, dass die Merowinger und auch die Karolinger (moselländischer Abkunft) hier bedeutende Hausgüter besessen haben. Schließlich wird als unter Heimatforschern durchaus noch gängiger Name oft das ›Remigiusland‹ hervorgehoben: Damit ist jene Gegend bei Kusel gemeint, die König Chlodwig 496 dem Bischof Remigius von Reims, nachdem jener ihn getauft hatte, geschenkt haben soll. Beachtenswerte Reste einer romanischen Basilika (12. Jh.) auf dem Remigiusberg (ehemals dem Reismer Kloster St.-Rèmy zugehörig) erinnern noch an diese historischen Wurzeln. Freilich vollzogen sich die mittelalterlichen Entwicklungen hier nicht etwa in einer abseitigen, wüsten Gegend: So wenig bekannt die Region um Kusel (zumindest auf der ›touristischen Landkarte‹) ist, so bedeutungsvoll war sie in weit früherer Zeit. Im weiten Umkreis der aus prähistorischen Epochen überkommenen und namentlich zur Römerzeit ausgebauten Handelswege zwischen Reims, Metz, Straßburg, Trier und den Rheinlanden trifft man uralten Siedlungsboden an. So gründen sich im Bereich des Landkreises Kusel nicht weniger als 81 Dörfer und Ortsteile auf römische Ruinenstätten. Zahlreiche Aufzeichnungen, vor allem aus dem vergangenen Jahrhundert, vermitteln den Eindruck einer auch von antiken Kultstätten geradezu übersäten Landschaft. Wenn auch ungezählte Funde seitdem verschollen sind, kann in den Sammlungen der historischen Museen in Speyer und Saarbrücken noch etliches an Bildwerken aufgespürt werden; hier und da finden sich aber auch Reliefs oder Bruchstücke von Skulpturen in Kirchenwänden als Spolien eingemauert. Das Mithrasdenkmal von Schwarzerden gilt überdies als einer der bedeutsamsten Kultorte der Vor- und Frühgeschichte zwischen Rhein und Mosel. |
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Ergänzungen und Korrekturen Ortsliste Reiseführer für Mosel, Eifel und Rhein |