Burg Gollenfels

bei Stromberg






Die Burg Gollenfels (direkt bei der Stadt Stromberg) gehört zur Gemarkung der Gemeinde Dörrebach. gollenfels-a.jpgDie Burg ist in Privatbesitz, steht daher für öffentliche Besichtigungen derzeit leider nicht zur Verfügung. Urkundliche Quellen sind leider nur wenige vorhanden. Die Burg ist vermutlich auf den Trümmern einer römischen Befestigungsanlage zur Sicherung der von Mainz über Dörrebach nach Trier führenden Heerstraße errichtet worden und diente der Stromburg als Vorwerk. Erste urkundliche Erwähnung des Gollenfelses im Jahre 1156, eine weitere datiert 05.04.1191. Im Jahre 1450 wird in einen Weistum erstmals ein Bewohner genannt, Johann von Stein (Steinkallenfels), ferner wird in dieser Urkunde auch erstmals die Zugehörigkeit zu Dörrebach bestätigt. Eine interessante Nebenbemerkung

Nach einer Überlieferung soll Michael Praetorius, Hauslehrer der Herren von Stein-Kallenfels (zu dieser Zeit Hausherren der Gollenfels), das Weinnachtslied »Es ist ein Ros entsprungen« auf der Burg Gollenfels gedichtet haben. Erstmals sei es dann in der Burgkapelle der Stromburg (direkt gegenüber der Burg Gollenfels) am Weihnachtsabend 1595 erklungen.

Im September 1614 wurde die Burg Gollenfels von spanischen Truppen zerstört und im Jahre 1619 durch den neuen Besitzer Hans Werner von Hammerstein an der gleichen Stelle wieder aufgebaut. Dieser und seine Ehefrau verstarben bereits 1622 an der damals herrschenden Pest. Der Sohn vermachte die Burg den Herren Wolf von Sponheim, die 1685 Volleigentümer wurden. 1687 kaufte Anna Margaretha von Böttger, Tochter des Hans Werner Wolf von Sponheim die Burg zu Alleineigentum, um sie 1705 an Graf Franz Adolph von Ingelheim gegen Lauschied einzutauschen. Im Jahre 1793 fand ein erbitterter Kampf unter dem Kommando des Leutnant J. L. von Gauvain gegen eine Übermacht von Franzosen statt. Mit nur 35 Soldaten und 2 Unteroffizieren versuchte er die Burg zu verteidigen und fand dabei den Tod. Ein Denkmal vor der Burg erinnert an sein Heldentum. Die unter Denkmalschutz stehende mittelalterliche Burg Gollenfels ist nach Ansicht der Historiker im 10. oder 11. Jahrhundert auf den Trümmern römischer Befestigungsanlagen erbaut worden. Die knappe Distanz zur gegenüberliegenden Stromburg und zum nur zirka 100 Meter entfernten Guldenbach lässt leicht die Vermutung aufkommen, dass Burg Gollenfels auf dem gleichnamigen territorial zu Dörrebach gehörenden Berg als Trutzburg zur Stromburg erbaut wurde. Im Jülich-Cleveschen Erbfolgestreit, in den auch die Kurpfalz verwickelt war, rückten auf Befehl des Kaisers die in den Niederlanden operierenden spanischen Truppen ein und zerstörten die Burg Gollenfels im September 1614 vollständig. Über den Zustand der Burg vor der Zerstörung liegen keine Anhaltspunkte vor. Sichtbare Mauerreste im Keller lassen auf einen romanischen Bau schließen. Die alte Burg scheint auch eine Kapelle gehabt zu haben, denn 1475 ist von einem Marienaltar auf Burg Gollenfels die Rede. 1619 wurde die Burg wieder aufgebaut, im wesentlichen an gleicher Stelle, wo sie gestanden hatte, allerdings nur zum Teil auf den alten Fundamenten. An den mächtigen Wohnturm wurde seinerzeit ein zweistöckiges Wohngebäude in einfachen Formen angeschlossen, ebenso einige Wirtschaftsgebäude auf der Rückseite des Burghofes, von denen bis auf einige Mauerreste nichts mehr vorhanden ist. Infolge Kriegswirren scheint die Burg nach ihrem Neuaufbau nicht mehr zerstört worden zu sein, selbst im schrecklichen Zerstörungsjahr 1689 nicht, wie der Chronik von Dr. Robert Schmitt zu entnehmen ist. Heute noch lesbare Notizen in den wuchtigen Fensterlaibungen lassen jedoch darauf schließen, dass zur Zeit der demokratischen Aufbruch-bewegungen 1848 hier Soldaten einquartiert waren.

So ist zu lesen:
»Faber Casper aus Coblenz, geb. den 28.12.1828, beim Militär eingetreten den 3.3.1848, kam den 1. September hierher auf den hochlöblichen Gollenfels zur Vertheidigung. Im Quartier Gollenfels den 9.9.1850.« Oder ...»um denselben zu vertheidigen« oder »zur Erinnerung an meine Dienstzeit auf Gollenfels.«

In diesem Zusammenhang sei an die Erstürmung der preußischen Oberförsterei Neupfalz am 27. März 1848 durch aufbegehrende Spabrücker Bürger erinnert. Soldaten waren seinerzeit angefordert worden. Einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg war die Burg noch bewohnt, dann nicht mehr. Doch wurde sie von so genannten »Schatzsuchern"« immer wieder heimgesucht. In jüngster Zeit diente sie sogar noch mal als Schlafstätte. Ihr derzeitiger Zustand ist jedoch trostlos.




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