
Burg Birkenfeldbei Birkenfeld Als Loretta von Sponheim für ihren unmündigen Sohn die Regentschaft führte, versuchte Bischof Balduin noch einmal den Sponheimern die Landeshoheit zu entreißen. Er begann im Jahre 1328 eine Fehde und legte zu seiner Sicherung bei Birkenfeld eine Burg an. Durch den berühmten, während eines Waffenstillstandes gemachten Handstreich bei der Starkenburg brachte die Gräfin den Kirchenfürsten in ihre Gewalt und zwang ihn zur Anerkennung der Sponheimer Herrschaft im Birkenfelder Lande und zur Zahlung eines Sühnegeldes, von dem sie sich ihren Witwensitz erbaute. Die von Balduin begonnene Burg Birkenfeld wurde von den Sponheimern ausgebaut (Baldes). Sie wird zum ersten Male 1330 in einem Brief Lorettas genannt. Neben Allenbach und Frauenburg wurde sie zum Sitze eines Sponheimischen Amtes. Nach dem Tode des letzten Grafen 1437 kam die Hintere Grafschaft unter die Gemeinherrschaft seiner beiden Schwäger, des Markgrafen von Baden und des Grafen von Veldenz. Diese für das Land sehr nachteilige Regierungsart dauerte bis 1776. An die Stelle der Veldenzer traten in Folge einer verwickelten Erbschaft die Herzöge von Pfalz-Zweibrücken. Während all dieser Zeit war der Ort, im Gegensatz zur Burg Tal-Birkenfeld genannt, Mittelpunkt des Amtes, das von der Traun bis zum Siesbach reichte. Im Jahre 1332 gewährte der deutsche Kaiser Ludwig der Bayer Birkenfeld das Stadtrecht. Eine Stadtmauer wurde nie gebaut. 1367 entrichteten 21 Einwohner dem Grafen eine Abgabe. Davon wohnten zwei »uff dem Reche«. 1554 gab es 44 steuerpflichtige Herdstätten. In diesem Jahre entstand durch einen Büchsenschuß eine Feuersbrunst, welcher der ganze Ort und die Kirche zum Opfer fiel. Den Wiederaufbau der Kirche mußte zum größten Teil der Trierer Bischof ausführen, da er zwei Drittel des Fruchtzehnten bezog. Er bequemte sich nur ungern dazu, weil in der Hinteren Grafschaft 1557 das Luthertum eingeführt worden war. Im Jahre 1584 wurde die Burg Residenz des Pfalzgrafen Karl von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld. Dieser hatte als Erbe den zweibrückischen Anteil an der hintersponheimischen Gemeinherrschaft erhalten. Durch Verträge mit dem Badener Gemeinsherrn sicherte er sich in den Ämtern Birkenfeld, Allenbach und Frauenburg eine gewisse Selbstständigkeit als Fürst. Er baute die alte Burg zu einem großen Schloß aus. Sein Sohn Georg Wilhelm vollendete den Bau und legte 1669 auch den Grundstein zu einer neuen Burgkapelle. Karl und besonders Georg Wilhelm waren treffliche Fürsten. Der letztere ließ 1623 eine Anzahl Münzen prägen. Tal-Birkenfeld bestand um 1600 aus dem älteren, größeren Oberdorfe und dem jüngeren Unterdorfe (untere Hauptstraße, 1727 abgebrannt ). Die herrschaftlichen Beamten wohnten auf dem Schloß. Alle Arbeiten für die Herrschaft wurden im Frohndienst verrichtet. Das Schloß war nicht nur Zuflucht für wertvolles Gut, sondern auch in ganz schlimmen Tagen für die Leute. Von Freisen und Herrstein suchten sie hier Schutz. Die Bauern versteckten Hab und Gut und flohen vor den Soldaten mit ihrem Vieh in die Hecken. Ganze Dörfer ( Eisen, Feckweiler ) waren verlassen und verfallen. Manche wurden gar nicht mehr aufgebaut. Die Wälder wurden von Wölfen unsicher gemacht. Die Äcker wurden nicht mehr bestellt. Die Leute ernährten sich von Wurzeln und gefallenem Vieh. So liegen bei der Burg ungefähr 100 Menschen begraben ( 1637 ). Das Land war entvölkert. Die Überlebenden waren verroht und verwildert. 1643 wurden auf der alten Hochgerichtsstätte ( Krausberg ) an einem Tage fünf Personen hingerichtet. Kaum hatte das Land begonnen sich zu erholen, als die Raubkriege Ludwigs XIV. und der spanische Erbfolgekrieg hereinbrachen. Zwar hatten die Birkenfelder Fürsten sich unter den Schutz des Sonnenkönigs gestellt, aber wieder gab es Truppendurchzüge und Plünderungen wie im dreißigjährigen Kriege. Erst von 1714 an wurde es ruhiger. In diesen Kriegen ( 1688 ) wurde zu Birkenfeld durch die Franzosen wieder katholischer Gottesdienst eingeführt und laut der »Rynswicker Klausel« auch beibehalten, nachdem es 130 Jahre lang keinen katholischen Geistlichen gegeben hatte. Das Gehalt zahlte bis zur französischen Revolution der König von Frankreich ( 400 Fr ), wobei der damals katholische badische Gemeinsherr 100 Taler zuschoß. Im Jahre 1731 war es mit der herzoglichen Herrlichkeit vorbei, da der letzte Fürst als Erbe seiner Pfälzer Verwandten nach Zweibrücken übersiedelte. 1799 erbte diese Linie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld den bayerischen Königsthron, den sie bis 1918 inne hatte. 1776 wurde die lästige Gemeinherrschaft in der Hinteren Grafschaft Sponheim endlich aufgelöst und Birkenfeld kam zu Baden. Markgraf Karl Friedrich sorgte in vorbildlicher Weise für sein neues Land. In der Landwirtschaft wurden Stallfütterung, Kleeanbau usw. eingeführt. Das Schulwesen wurde sehr verbessert ( seit 1560 gab es schon einen Schulmeister in Birkenfeld, sogar eine höhere Schule wurde ins Leben gerufen ). Leider dauerte diese Zeit nicht lange an. Denn die Kriege, die die französische Revolution nach sich zog, brachten wieder großes Unheil. Von 1792 bis 1795 war das Land Kriegsschauplatz. Besonders die Franzosen waren sehr anspruchsvoll. Was von der armen Bevölkerung verlangt wurde, zeigt das Tagebuch eines Burbacher Bürgers. Außer der starken Einquartierung gab es noch Proviantlieferungen, Lastfuhren und Geldkontributionen. Noch 40 Jahre später hatten einzelne Gemeinden an den damals entstandenen Schulden zu bezahlen. Durch den Frieden von Luneville willigte das deutsche Reich in die Abtretung des linken Rheinufers ein. Die neue französische Zivilverwaltung wurde 1798 unter feierlichem Aufzug in Birkenfeld eingeführt. Die neue Regierung brachte manches Gute. Dem in der Kriegszeit entstandenen Räuberunwesen wurde ein Ende gemacht und Schinderhannes, der in der Tuchfabrik in Birkenfeld einen seiner ersten großen Diebstähle verübt hatte, wurde 1803 in Mainz enthauptet. Die Frohnpflicht verschwand, nachdem schon in der badischen Zeit die Leibeigenschaft aufgehoben worden war (1783). Die herrschaftlichen Domänen wurden als Nationaleigentum des französischen Volkes verkauft, ebenso die Burg, die ein Pariser namens Leseuyer erwarb. Dieser veräußerte sie 1807 mit den dazu gehörenden Ländereien (29 ha). Für 2.585 Franken kamen die Gebäude an Franz Nonnweiler in Birkenfeld, Jakob Kunz und Karl Helm in Rinzenberg. Diese ließen die Burg dann als Steinbruch benutzen. Tourist-Information des Birkenfelder Landes Friedrich-August-Str. 17 55765 Birkenfeld Tel.: 0 67 82 - 98 34 57-0 Fax: 0 67 82 - 98 34 57-3 E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können Internet: http://www.birkenfelder-land.de |
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